Antisemitismus21

Quote:

Sie sind Mörder des Herrn, Totschläger der Propheten, haßerfüllte Rebellen gegen Gott; sie treten das Gesetz mit Füßen, leisten der Gnade Widerstand und verschmähen den Gauben ihrer Väter. Sie sind Statisten des Teufels, eine Rasse von Schlangen, Verräter, in ihrem Gehirn verdunkelt, verflucht, verabscheuungswürdig, Feinde von allem was schön ist.

Quelle:

Gregor von Nyssa, Patrologie grecque de Migne, 46,685; zit. n. Leon Poliakov (1979): Geschichte des Antisemitismus, Bd. 1 Von der Antike bis zu den Kreuzzügen. Worms: Verlag Georg Heintz, S. 21.

Autor*inneninfo:

Palästina: Gregor von Nyssa Von Nyssa (um 335/340 – nach 394) kam im 4. Jahrhundert in Caesarea auf die Welt. Er wurde 372 zum Bischof von Nyssa geweiht und genoss in der orthodoxen Kirche das Ansehen eines Heiligen und Kirchenlehrers. Seine Gotteslehre erlangte vor allem durch die Zusammenführung des christlichen und des platonischen Denkens Bekanntheit. Sein Hauptwerk, das "Große katechetische Gebet" stellt die christlichen Lehre als "wahre Lehre" gegenüber Juden und "Heiden" dar.

Kontext:

Der Antijudaismus prägte die Haltung der Christen gegenüber den Juden von Anfang des Christentums auf allen Ebenen: von der Volksreligiosität bis zur Theologie. Legitimiert wurde er durch den Vorwurf des Christusmords, gelegentlich auch des „Gottesmords“ und durch die Behauptung, die Juden hätten, von Gott verflucht, die Zugehörigkeit zum Bund, die Auserwählung und die Qualität als Eigentumsvolk Gottes verloren; das Judentum sei in allen positiven Hinsichten von der christlichen Kirche beerbt worden.

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Jahr:

380