Die Kolonialgeschichte prägt immer noch Ressourcentransfers, neokoloniale Herrschaftsstrukturen, Gläubiger-Schuldner-Beziehungen, Arbeitsmigration sowie die ‘Wahl’ von Kriegsschauplätzen, denn Kriege finden meist in ehemaligen Kolonien und nicht in Europa oder den USA statt. Migration ist ein Phänomen, das deutlich macht, dass die Distanz zwischen einstiger Kolonie und Kolonialmacht nicht besonders groß ist. Denn aufgrund des historisch-kolonialen Kontextes kommen die Menschen nach Europa. Es ist eine Geschichte der Macht: Europa hat zwar keine Kolonien mehr, aber es gibt eine neokoloniale Ordnung, die ein integraler Bestandteil des globalen neoliberalen Kapitalismus ist.

Diese Migranten sind wie Kakerlaken. Sie sehen vielleicht ein wenig aus wie Bob Geldofs Ethiopien seit 1984, aber sie sind in der Lage einen nuklearen Schlag zu überleben.

Am Anfang erzählte ich allen, ich sei aus Trinidad, damit ich nicht über Sri Lanka und den Krieg sprechen musste. Ich wollte nicht sagen, dass ich ein Flüchtling bin.

Wo sind heute die Pequot? Wo sind die Narragansett, die Mohicans, die Pokanoket und viele andere ehemals mächtige Gruppen unserer Leute? Sie sind wegen der Habgier und der Unterdrückung des weißen Mannes verschwunden, wie Schnee vor der Sommersonne.

Am wichtigsten von allen (…) und am notwendigsten ist es, eine gewisse Schätzung der getöteten und verletzten Menschen vorzunehmen, um zu wissen, wie viele Millionen lebendig und gesund festgenommen wurden. Die resultierende Zahl würde ein Vielfaches der Millionen sein, die außerhalb Afrikas lebendig landeten, und es ist diese Zahl, die die Zahl der Afrikaner*innen darstellt, die direkt aus der Bevölkerung und den Arbeitskräften Afrikas aufgrund der Errichtung von Sklavenproduktion durch Europäer entfernt wurden.

Das Deutsche Reich muss unbedingt den Erwerb von Kolonien anstreben. Im Reiche selbst ist zu wenig Raum für die große Bevölkerung. Gerade die etwas wagemutigen, stark vorwärts strebenden Elemente, die sich im Land selbst nicht betätigen konnten, aber in den Kolonien ein Feld für ihre Betätigung finden, gehen uns dauernd verloren. Wir müssen für unser Volk mehr Raum haben und darum Kolonien.

Ihre Liebe für Besitztümer ist ihre Krankheit. Sie haben viele Gesetze gemacht, die die Reichen brechen dürfen, die Armen aber nicht. Sie haben eine Religion, in der die Armen beten und die Reichen nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Regierenden damit zu unterstützen. Sie beanspruchen unsere Mutter, die Erde, für ihren eigenen Gebrauch und grenzen sich von ihren Nachbarn ab. Wenn Amerika doppelt so groß wäre, wie es ist, es wäre immer noch nicht genug für sie.

Wir haben jeder Familie eine Arbeitsstelle gegeben, die ihre Häuser und ihr Land durch den Dock Complex verloren haben.

Drei Töchter, zwei Söhne
Bei wem hast du sie gelassen und bist gegangen
So ein schönes Heim
hast Du in Feuer gesetzt
und bist gegangen
Du hättest dort geheiratet
Ganze sieben Jahre sind vergangen
und Du bist nicht nach Hause gekommen
Du schickst ein wenig Geld
Wem soll das Geld nur nützen?
Deine Familie mit fünf Kindern
suchen alle nur Dich

(Ich erkläre meine Unterstützung dafür), zu vermeiden, Fremde hier einzuführen und die Reinheit der australischen Menschen zu zerstören.

Monatelang haben die deutschen Medien ausführlich Entwicklungen und Geschehnisse bezüglich der Geflüchtetenfrage kommentiert. Die meisten dieser Kommentator*innen waren in der Regel weiße Journalist*innen, Politiker*innen, Migrationsforscher*innen oder freiwillige Helfer*innen. Die Stimmen von Geflüchteten waren stets eher Randnotizen. In den seltenen Fällen, in denen sie zu Wort kommen durften, wurden diesen nur wenige Zeilen oder bestenfalls Sekunden gewährt. Geflüchtete sollten in ihren eigenen Narrativen vor allem als Bekräftigung des Konsens der Mehrheitsgesellschaft über sie dienen. Sie sind nicht die Erzähler*innen, sondern das Erzählte.

(…) die Flüchtlinge müssen hinausgeworfen werden, und die Bauern müssen dabei tatkräftig mithelfen.

Bei weitem das beste wäre es, die Grenzen derart zu schützen, daß sie gar nicht erst kommen können. Die Grenzen dichtmachen, das wäre die beste Lösung. Man sollte den Abgewiesenen ein Paket für den Rückweg mitgeben. So würden beiden Seiten Gewalttätigkeiten erspart bleiben. (…) Deshalb wäre es das Beste, diese unglücklichen Leute so bald und so freundlich wie möglich hinauszubefördern, dorthin, wo sie hergekommen sind.

Niemand verlässt die Heimat, es sei denn die Heimat verwandelt sich in den Rachen eines Haies. Du rennst nur in Richtung Grenze, wenn deine ganze Stadt auch rennt.

Nach zwei Wochen wurden wir zur comfort station geschickt. Das war eine Holzbaracke mit bis zu sechs abgetrennten Räumen (…). Die Räume waren winzig, auf den Holzböden lagen Tücher und Decken. Ständig gingen Soldaten ein und aus – auch nach Mitternacht.

Und natürlich war der Ansatz zu sagen, jetzt machen wir mal Multikulti und leben so nebeneinander her. Dieser Ansatz ist gescheitert, absolut gescheitert!

Nur wenige ihrer Kinder (…) lernen Englisch. (…) Sie importieren viele Bücher aus Deutschland. (…) [Z]wei von sechs Verlagshäusern gehören vollständig den Deutschen, zwei sind halb deutsch, halb englisch und zwei sind ganz englisch (…). Die Schilder in unseren Straßen sind in beiden Sprachen gehalten, manchmal sogar nur in Deutsch (…). Bald werden sie uns zahlenmäßig überlegen sein, sodass all die Vorteile, die wir haben (…) nicht ausreichen werden, um unsere Sprache zu erhalten. Auch unsere Regierung gerät dadurch ins Wanken.

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