Rassismus im deutschen Kontext 12

Quote:

Wir Roma und Sinti sind die Blumen dieser Erde.
Man kann uns zertreten,
man kann uns aus der Erde reißen, man kann uns vergasen,
man kann uns verbrennen,
man kann uns erschlagen –
aber wie die Blumen kommen wir immer wieder (…).

Quelle:

Projekt Kulturelles Erbe. Tradition mit Zukunft (2007): Roma und Sinti. Vergangenheit und Gegenwart. HAK International Klagenfurt.

Autor*inneninfo:

Karl Stojka (1931 – 2003) war österreichischer Überlebender des Porajmos (Genozid an Romn:ja während des Nationalsozialismus). Nach seinem Überleben der Konzentrationslager wurde Karl Stojka Künstler und Autor.

Kontext:

Karl StojkaTrotz dieser langen Geschichte in Deutschland wurde immer wieder versucht Sint:ezza und Romn:ja über Jahrhunderte aus dem gesellschaftlichen Leben in Deutschland auszuschließen, zu unterdrücken und zu deportieren. Auch heute noch trifft das angesichts der Abschiebung von Sint:ezza und Romn:ja in sogenannte europäische sichere Herkunftsstaaten zu. Trotz der erlebten Diskriminierung und Verfolgung organisierten sich Sint:ezza und Romn:ja und übten Widerstand aus. In Deutschland gibt es zahlreiche von Sint:ezza und Romn:ja selbstorganisierte Vereine und Verbände, die zu Empowerment, Rassismussensibilisierung, Dokumentation und politischer Partizipation arbeiten. Stojkas Vorfahren lebten seit schätzungsweise 300 Jahren im heutigen Österreich, bevor viele seiner Familienangehörigen, darunter auch sein Vater und Bruder, in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Stojka selbst überlebte Porajmos und begann später zu malen. In seinen Malereien drückte er die Verfolgung von Sint:ezza und Romn:ja aus.

Zum Weiterlesen:

*Gerald Grassl (Hrsg., 1992): Karl Stojka. Nach der Kindheit im KZ kamen die Bilder. Wien: VIDO.

Jahr:

1945